Ein Sommermorgen in Amsterdam- Fim-> verliebt in Amsterdam
Nun bin ich angekommen, im Zentrum von Amsterdam.

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Die Sonne scheint schon krÀftig in die schmalen Gassen. Die Menschen befinden sich hier im Aufbruch, andere sitzen so völlig einfach da und lesen Zeitung, unterhalten sich, trinken Milchkaffee, sehen zu was kommt.

In der NĂ€he des Hauptbahnhofes fahren Menschen in der Straßenbahn. Es sind sicherlich  jene, welche zu ihrem Arbeitsplatz fahren, sie sitzen etwa in gleicher Höhe wie ich im Auto, so etwa 20-30 cm ĂŒber der Straße. Es sieht irgendwie ungewohnt aus, dass sie in der Straßenbahn so tief sitzen. Aber von solchen Beobachtungen darf ich mich nicht allzu sehr ablenken lassen. Ist doch die VerkehrsfĂŒhrung in dieser Gegend von Amsterdam nicht immer gerade sehr ĂŒbersichtlich.

Auf der anderen Seite aber strahlt die AtmosphĂ€re hier auch aus ; „Alles normal, nur keine Hektik“.
So ist es eben in Amsterdam, in dieser Stadt, in der die Menschen leben, die mich in ihrer vielfarbigkeit immer wieder, wenn ich hier bin, berĂŒhrt und  mich erinnert, wie es sich anfĂŒhlt unter Menschen zu leben.

Jetzt bin ich froh, dass ich es gewagt habe und nicht einfach auf dem kĂŒrzesten Weg nach Hamburg zurĂŒck gefahren bin. AnfĂ€nglich habe ich  ein bisschen gezögert.  Musste ich auf der Herfahrt nach Aalsmeer, das liegt etwa 20 km SW von Amsterdam entfernt,  höllisch aufpassen, bei der Vielzahl und der Verwobenheit des Autobahnverkehrs um Amsterdam herum, meinen Zielort nicht zu verfehlen.
Oben im Norden von Holland, eine Gegend in der ich schon öfter fĂŒr die Zeitschrift Boote fotografiert hatte, geht dagegen noch  alles  ziemlich ĂŒbersichtlich zu.
Kommt man dann aber nÀher zu Amsterdam, dann fÀngt der BÀr an zu tanzen.

Auf der Autobahn fĂ€hrt man schneller, dichter, und die Fahrspuren vervielfĂ€ltigen sich. Aber eigentlich alles auch kein Problem, fĂ€hrt man hier in Holland doch miteinander. Aber trotzdem, in mir formen sich die Worte : „Moloch Amsterdam“

So hörte ich 14 Millionen, 70 % der HollÀnder, geben sich hier um Amsterdam ihr Stelldichein.
Aber irgendwie passt alles zusammen. So viele Fahrspuren, und auf ihnen dieses bewegliche miteinander - und meine Stimmung.
Auch die Zusammenarbeit mit Peter war wieder mal ruhig und sagen wir mal auch freundschaftlich-witzig. Zusammenarbeit ist eben, - so ja -, immer noch ein bisschen mehr als nur die Sache.
Haben wir Menschen doch zwei HĂ€nde, und deren Bestimmung sicher nicht nur, dass diese beiden HĂ€nde nun immer genau dasselbe machen mĂŒssen.
Entdecken wir unsere Freiheit, die sich ergebenen unterschiedlichen Eigenarten, haben Interesse an der Andersartigkeit des GegenĂŒbers, so eröffnet sich mit etwas GlĂŒck, im Menschen, oftmals ein Wunder menschlicher Begegnung.

Nun bin ich hier ins Centrum von Amsterdam eingebogen, in die typischen Amsterdamer Gassen, schmal und entlang den KanĂ€len, den vielen  nach oben gebogenen BrĂŒcken.
Es ist ein Labyrinth, und wohl auch eher geeignet fĂŒr die unzĂ€hligen Radfahrer, als fĂŒr mich Autofahrer.

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Aber hier ist das kein Problem, alle bewegt sich hier selbstverstĂ€ndlich und  miteinander.
Allerdings, viele dieser Gassen sind fĂŒr Autos denn doch zu schmal.
In diesem Labyrinth frage ich mich, ob ich hier wohl auch wieder herausfinde? Denn an an einigen Ecken komme ich nun  schon zum wiederholten Male vorbei. AmKanal
Meine Augen hingegen finden jedoch ĂŒberall, immer wieder, neue Bilder.
Hier und da sitzt ein Freak noch etwas verschlafen in einer Ecke.  Ich sehe viele Schwarze. AmVorKnKlein
Als ich durch eine dieser Gassen komme, liegt vor mir auf der Straße eine zerbrochene Flasche. Ich ĂŒberlege ob ich aussteige und sie beiseite rĂ€ume, um mir die Reifen nicht zu zerschneiden. Allerdings ist mir in dieser Gasse  auch ein bisschen unheimlich zumute.

Obwohl, einen konkreten Anlass habe ich dafĂŒr eigentlich nicht.
Der sich vor meinem Wagen bewegende Afrikaner, unschlĂŒssig ob er seiner Bewegung eine bestimmte Richtung geben möchte, der merkt dass ich meinen Wagen stoppe, dreht sich um und erkennt mein Problem und rĂ€umt die Flaschenreste fĂŒr mich beiseite.
Dies macht er völlig selbstverstÀndlich. - Ich sehe mir meine Rolle in diesem Schauspiel an, und mir ist nicht ganz wohl dabei.
Als sich unsere Blicke jedoch treffen sehe ich aber ,: Er sieht in mir keinen Exoten von einem anderen Ufer der Welt. Er macht sich kein Bild von mir. Er ist einfach nur selbstverstÀndlich freundlich.
Ich nicke befreit von meinen Gedanken zu ihm hin und er zu mir. Es ist keine große Geste, eher ist da eine gemeinsame SelbstverstĂ€ndlichkeit die ich spĂŒre. So schleiche ich im Auto weiter durch die Gassen  und ĂŒber die BrĂŒcken.

An Orten,  wo Parkplatz und Bild zusammen passen, die interessant sind von Licht und Menschen,  parke ich ein bisschen um gezeigte Stimmung digital zu speichern. AmRadInstrument
Im Laufen dieses Morgens sind auch ein paar andere Touristen schon unterwegs. AmKirche
Ich  bewege ich mich, wie bestellt und nicht abgeholt weiterhin um die Objekte meiner Aufmerksamkeit herum.
Bemerkt werde ich wohl schon, aber keinen kĂŒmmert s so recht. Entspannt sind People im GesprĂ€ch vertieft, oder lesen Zeitung und trinken in Ruhe ihren Morgen-Milchkaffee.
 
Vor einem der HĂ€user sitzen Leute und scheinen zu warten dass eine TĂŒr von innen aufgeht.
Dort sitzt Sie, eine wunderschöne Afrikanerin, sehr ordentlich angezogen, mit Augen so unendlich traurig und verlassen. Schemenhaft nehme ich  wahr, ohne eigentlich genauer hinzuschauen, es sitzt auch jemand bei ihr.

Aber trozdem; Ich spĂŒhre wie diese vom menschen gewagte Einsamkeit mein Herz berĂŒhrt.
Ich frage mich mich, gehört solche Verlassenheit eventuell untrennbar zu unserer menschlichen Erfahrungswelt, zu einem Wagnis welches wir durchleben mĂŒssen, wo wir dem Abenteuer Menschsein ganz begegnen wollen.
Am3Mann
So kommen mir Gedanken; Wie viele Bilder ich schon gemacht habe in meinem Leben, Bildaufbau und Licht beobachtet, UmstĂ€nde ins rechte Licht gerĂŒckt

Aber wo war ich in jenem Tun, dem  Geheimnis und  Mysterium der Menschenseele dabei auch wirklich nahe.? 
Wie kann sich das Wunder, hinter dem was im Aussen sichtbar ist, ganz einfach und authentisch offenbaren, so dass die Seele des Menschen hinter den Bildern, wirklich spĂŒrbar wird ?
Jedes Bild, jede Ecke hier in Amsterdam, ist sicherlich schon tausendmal abgelichtet.
Aber steckt hinter allen Bildern auch jene Seelenkraft, die mit dem Menschen zu einem geheimnisvollen Wunderbaren erwachen kann, die Schönheit dieses Amsterdamer Morgens?

In diesen Gedanken sehe ich dann auch die Gewohnheiten in meinem Leben, eine Routine in meinem Fotografieren, - wobei - ich  bisher auch möglichst die Farbe von Buchstaben vermieden habe. 
Jedoch die Wirklichkeit,  - hier - an diesem Morgen in Amsterdam ist anders, - dass spĂŒre ich  -, sie ist irgendwie geheimnisvoller, lebt meist in mir verborgen.
So versuche ich meinen Wahrnehmungen - hier - nicht nur in Bildern,  sondern auch in einem Versuch mit Worten zu begegnen.
Eventuell, so denke ich, sitzt irgendwo in einem dieser Kaffees jemand, der  einen den Kontakt zu unserer Seele herstellen kann, der unserer Seele diese Morgenstimmung vermitteln  kann, vielleicht gerade jetzt ein Buch schreibt, in dem das Geheimnis menschlichen Erlebens spĂŒrbar wird, was dieses junge Paar umgibt, welches auf der Treppe gegenĂŒber steht.
Am2Frauen
Wie diese Beiden noch irgendwie ineinander verschlungen sind, und jetzt gerade beginnen ihre Körper voneinander zu trennen, sich verabschieden um zu ihrem Tagewerk zu gehen.
Miteinander und SelbstverstĂ€ndlichkeit ist in der Art wie sie sich voneinander lösen, und doch eine Verbundenheit die spĂŒrbar bleibt.
Er geht voran, hat als erster schon eine separate Kontur angenommen, sich körperlich gelöst aus dem Zusammenstehen.
Sie strahlt noch WĂ€rme und NĂ€he,  ein sich Erinnern aus,  und ist dabei ganz ruhig und bei sich, kommt rĂŒber zu mir  um ihr Fahrrad vom BrĂŒckengelĂ€nder zu lösen. Bleibt sie jedoch ganz in dem was in ihr vorgeht. 
Sie  kĂŒmmert sich nicht um mich. Ich fĂŒhle; Es macht mir Freude die Schönheit und Ruhe dieses Morgens wahrzunehmen.
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Mit den ersten FrĂŒhaufsteher Touristen  beginnen die Grachtenschiffe ihre Runden zu drehen.
An dem Ort an dem ich stehe wechseln sie ihre Richtung  - und erstaunt sehe ich -, wie diese großen Schiffen, doch, AmGrachtenschiff durch so kleine BrĂŒcken passen.
Von rechts kommt nun ein ganz uriges Schiff. AmUrigSchiff

KapitÀn und sein Hund sind in ihrer Wohnung wieder unterwegs.
Die beste Stelle im Licht habe ich verpasst.
Ich mache das Bild aber  trotzdem.
Ich frage mich, ob er selbst sich wohl als Touristen -Attraktion- versteht, oder ob er tatsÀchlich wirklich irgendwohin will.
Ich denke, die, die hier stĂ€ndig leben sind privilegiert. Aber wahrscheinlich  ist das ein völlig falscher Bild in mir.
  - Passt wohl zu Amsterdam   - viel eher -: Die Stadt der Menschenkinder.

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                                                                      Film - verliebt in Amsterdam